In Memoriam Matthias

Wieder ein geschenkter Klettertag am Öfelekopf und Ausbruch aus dem ansonsten tristen Novemberblues. Perfektes abwechslungsreiches Winterklettern. Mal henklig steil, mal plattig knifflig. In ganz überwiegend solidem Fels sucht sich diese super Tour entlang von Rissen unter Dächern ihren Weg durch die Schwachstellen der Wand. Die Kletterei ist durchweg gut mit Bohrhaken abgesichert, wobei im oberen Teil der Tour auch mal zwischen den Haken etwas geklettert werden muss. Einzig die bislang wohl wenigen Begehungen machen sich im unteren Teil durch Dreck und Flechten bemerkbar… also fleißig raufschrubben! Schwierigkeit 8+ ehrlich bewertet mit einer A0 oder frei 9+ Einzelstelle.

Kletterlänge: ca. 200 m Ausrichtung: Südost/Süd
Seillängen: 7Schwierigkeit: 8+ A0 (eine Stelle)
bzw. 9+ frei (8- obligatorisch)

Zustieg

Auf dem Wanderparkplatz bei Puitbach nahe Leutasch parken. Vom Parkplatz der Landstraße ca. 150 m Richtung Mittenwald folgen, bis eine Teerstraße in Richtung der schon gut sichtbaren Wände des Klettergarten Chinesische Mauer und der links oberhalb davon liegenden Südostwand des Ofelekopf abzweigt. Der orangen Beschilderung zum Klettergarten Chinesische Mauer folgen. An der Abzweigung am Hang mit Beschilderung des Zustiegs zu den einzelnen Sektoren des Klettergartens links halten und der Beschilderung zum Sektor Hongkong folgen. Links des Klettergartens und links eines von oben herabziehenden Grabens führt ein freier Rücken hinauf zum Wandfuß. Der Einstieg befindet sich 50 m links oberhalb einer kleinen isolierten Baumgruppe (siehe Bild).

Kletterei

SL 1 (7): Los geht es etwas giftig, dann henklig an etwas brüchigen Schuppen über den ersten Aufschwung hinauf auf den (dreckigen) Plattenpanzer unterhalb eines Daches. SL 2 (8+): Vom Stand direkt grade hoch über den Überhang (erster Bolt etwas (zu) weit rechts), dann dem nach rechts ziehenden Riss unterhalb des Daches folgen. Pressige überhängende Kletterei mit einer schweren Stelle in der Mitte der Rissverschneidung. SL 3 (8-): Überhängend an großen Henkeln weit nach links über die Dachkante, dann in leichtem Gelände nach rechts zum Stand. SL 4 (8+ A0 / bzw. 9+ frei): Vom Stand weg diagonal nach rechts hinauf bis zu einer nach links ziehenden Verschneidung. Nicht wie in verschiedenen Topos eingezeichnet der plattigen Verschneidung nach links folgen, sondern, – wie auch offensichtlich – der Bohrhakenlinie geradeaus nach oben folgen (1. BH lang einhängen). Zunächst diffizile Wandkletterei, dann die extrem kleingriffige plattige A0 / 9+ Einzelstelle. Danach jedoch noch weiter anspruchsvoll, plattig, mit coolen Bewegungen zum Stand. SL 5 (8-): Zunächst steil an scharfen Griffen, dann weiter fordernd einem Riss folgend zum etwas weit links (versteckten) Stand. SL 6 (8+): Vom Stand nach rechts traversierend, dann über einen Wulst mit einer 8+ Boulderstelle. Danach weiter fordernde Wand-/Plattenkletterei im 7. Grad. SL 7 (8-): Vom Stand nach links in eine Verschneidung. Dieser über einen kleinen Überhang hinauf folgen.

Die Abseilpiste erfordert 55m Halbseile. Dafür ist man mit 3x Abseil super komfortabel und schnell wieder am Einstieg. Beim 1. Mal Abseilen darauf achten, einen extra dafür etwas unterhalb des vorletzten Standes gesetzten Bohrhaken zu klippen. Ansonsten kommt man nur sehr schwer zum weiter rechts liegenden Stand. Und zum nächsten Stand darunter, reichen auch 60m Halbseile knapp nicht:-).

Ausrüstung

  • 10 Expressschlingen
  • Doppelseile 55 m

Absicherung

Die Tour ist in sportklettermäßigen Abständen gebohrt. Lediglich in der oberen Hälfte der Tour ist die Absicherung teilweise etwas weiter, so dass zwingend im 7. Grad geklettert werden muss. Wer mag, bringt einen 0,5er Cam noch ein-/zweimal unter.

Schwierigkeit

Die Tour ist mit 8+ ehrlich bewertet und bewegt sich fast die ganze Zeit im/oberhalb des 7. Grades. Die schwersten Passagen sind boulderlastige Einzelstellen. Nur in der 4. SL ist es auch nach der AO kletterbaren 9+ Schlüsselstelle weiterhin noch anhaltend schwer und technisch.

Abstieg

Der Abstieg folgt dem Aufstieg.