Die Scharnitzspitze – Direkte Südwand, welche 1957 von W. Spitzenstätter und H. Baldauf erstbegengen wurde, führt aus dem malerischen Schüsselkar hinauf auf den höchsten der drei Gipfel der Scharnitzspitze. Wenn auch Teil des Auswahlführers „Im extremen Fels“, so ist die Tour heute dank gemäßigtem Schwierigkeitsgrad und Sanierung mit Bohrhaken eine echte Plaisirtour.
| Kletterlänge: ca. 250 m | Ausrichtung: Süd |
| Seillängen: ca. 7-8 | Schwierigkeit: 7 |
Zustieg
Von Leutasch aus durch das Puittal oder vom Gaistal aus über die Wangalm in gut 2 Stunden zum Einstieg auf 2.200 m. Beide Aufstiegsvarianten sind landschaftlich schön. Bei Aufstieg vom Gaistal aus besteht die Möglichkeit mit dem Bike bis zur Wangalm hinauf zu fahren/schieben. Zumindest für den Abstieg kommt man dann in den Genuss, sich den ansonsten recht langen Abstig zu versüßen bzw. vorher noch auf ein Gipfelbier auf der Wangalm einzukehren.

Kletterei
SL 1 (2): Seilfrei entweder von links oder von rechts hinauf auf den Vorbau. SL 2 (4): Vom Stand grade hoch (immer den schönen Klebehaken folgend…) bis zum nächsten Stand bereits nach 15m. SL 3 (7): Entlang der nach rechts abdrängenden Hangelschuppe. Sobald der Riss direkt nach oben geht, entweder weiter diesem folgen, oder leichter nach rechts leicht abwärts in die Wand auskneifen. Beide Varianten gar nicht so leicht und schon gut poliert. SL 4 (6-): Der herrlichen riesigen Schuppe nach links in eine Verschneidung folgen. Diese oben nach links in schöner Wandkletterrei verlassen. SL 5 (5): Immer leicht links haltend der natürlichen, leichtesten, logischen Linie folgen (hier werden die Haken schon weniger). SL 6 (5): Erst gerade rauf, danach vom Absatz weg der leicht nach rechts gehenden etwas brüchigen Verschneidung folgen. SL 7 (5+): Sehr schön gerade hinauf durch die überhängende Blockverschneidung auf einen Rücken. SL 8 (4): Nach links über eine weitere schöne Hangelschuppe hinein in die leichte Verscheidung, welche zum Gipfel führt.
Insgesamt fast durchgängig gute Felsqualität und immer wieder schöne abwechslungsreiche Kletterstellen. Nur die Schlüsselstelle hat schon deutliche Politur. Dank der Kürze der Route, den schönen Kletterstellen und der plaisirmäßigen Absicherung insgesamt eine entspannte, kurzweilige Bergfahrt:-)

Ausrüstung
- 10 Expressschlingen
- Doppelseile 50 m
- Ergänzend je nach Geschmack ein kleines Keilsortiment oder ein paar kleine bis mittlere Cams
Absicherung
Die Tour wurde mit Edelstahl Klebehaken saniert. Nur in den leichteren Längen werden die Abstände etwas größer, so dass sich die Ergänzung durch mobile Sicherungen lohnt.
Schwierigkeit
Die Schlüsselstelle in der 3. SL fühlt sich etwas schwerer an als der angegebene Grad. Wohl auch aufgrund der inzwischen schon guten Politur ebendieser.
Abstieg
Vom Gipfel über den Ostgrat (3-) mit zwei möglichen kurzen Abseilstellen bis zur Wangscharte abklettern. Von der Wangscharte kann mit 60m Doppelseilen in einem Rutsch bis zum Wandfuß abgeseilt werden (ansonsten gibt es noch alle 20m Zwischenstände)

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