Eingerahmt von Predigtstuhl und Fleischbank, bildet die Steinerne Rinne im Wilden Kaiser ein absolutes Mekka für Kletterer. Die Diretissima auf den Nordgipfel des Predigtstuhls durch dessen Westwand ist eine klassisch angehauchte Sportklettertour. Erstbegangen 1952 von H. Wörndl und P. Hofer folgt sie zunächst einer Risslinie, bevor sie sich im oberen Teil zunehmend ausgesetzt den leichtest möglichen Weg durch den überhängenden Wandteil sucht. In weiteren Abständen mit Bohrhaken saniert. Absolut empfehlenswert!
| Kletterlänge: ca. 270 m | Ausrichtung: West bis Nordwest |
| Seillängen: ca. 10 | Schwierigkeit: 8 |
Zustieg
Von der Griesneralm den Weg in Richtung Stripsenjoch/Steinerne Rinne nehmen. Bei der Querung des Bachbettes im Kar unterhalb der Steinernen Rinne (Felsblock mit Gedenktafeln) vom breiten Weg nach links auf Steigspuren in das schuttige Kar abzweigen. Am Ende der Steigspuren den Steig (Kletterei I-II) nach links die Schrofen hinauf bis zum Eggersteig. Diesem dann in die Steinerne Rinne bis knapp unterhalb des Sattels folgen. An geeigneter Stelle vom Steig zur Wand abzweigen. Die Einstiegsrampe befindet sich bei einem Schuttkegel. Die Einstiegsrampe (III) je nach Gusto ggf. seilfrei hinauf und auf dem anschließenden Band (III) nach links queren (2 Bohrhaken). Man passiert den Stand der Schüle-Diem an der ersten großen Verschneidung. Dieser Verschneidung kurz 5m nach oben folgen und dann nach links über die Platte weiter zur nächsten kleineren Verschneidung. Der Einstieg befindet sich in dieser Verschneidung mit einem Bohrhaken an der rechten Wandseite als Anfangsstand.

Kletterei
Nach dem seilfreien Zustieg: SL 1 (6-): Kurze giftige Seillänge, die etwas brüchige Verschneidung auf den Pfeilerkopf hinauf. SL 2 (6): Der herrlichen Rissspur folgen. Nach 20 m ist ein Zwischenstand möglich, aber unnötig. Oben geht es dann vor einem kleinen Überhang/Bauch aus dem Doppelriss nach links raus zum Stand auf einem Absatz. SL 3 (7-): Vom Stand nach links in die Riss-Verschneidung. Nach ca. 20 m am zweiten Bohrhaken nach rechts in die Wand wechseln und dort leicht brüchig bis auf den Stand auf dem Pfeilerkopf klettern. SL 4 (8-): Kleingriffig und splittrig bis unter den Überhang, welcher an großen Kellen überwunden wird. Danach technisch anspruchsvoll den vielen Haken bis zum nächsten Stand folgen. SL 5 (7): Vom Stand 15 m nach links, am Schluss leicht abwärts zum nächsten Stand traversieren. SL 6 (8): Zunächst entlang der Rissverschneidung großgriffig bis unter das Dach. Dort an Untergriffen nach links auf den kleinen Absatz. Vom Absatz ein schwerer Zug in die Wand hinein. Danach herrlich henklige Kletterei entlang der steilen Rissverschneidung. SL 7 (5+): Vom Stand nach rechts und dann dem schönen Riss folgen. SL 8 (4+): In leichter Kletterei hinauf bis auf den nächsten Absatz. SL 9 (3-4): Nach rechts dem (Kriech-)Band der Nordkante folgen und dann die anschließende Rinne/Kamin hinauf bis zum Gipfel ca. 80m.

Ausrüstung
- 12 Expressschlingen
- Doppelseile 50 m
- Ergänzend kleines Set Cams z.B. 0.75 – 3.0 oder größere Keile
Absicherung
Die Tour wurde sehr gut mit geklebten Bohrhaken saniert. An den Ständen und an sinnvollen Stellen, wurden alle 5-10 m Bohrhaken gesetzt (in den zwei 8er SL enger). Dazwischen gibt es noch jede Menge altes Hakenmaterial. In den Rissen könnte nach Bedarf und Wohlbefinden auch gut zusätzlich mobil abgesichert werden.
Schwierigkeit
Die 8- Seillänge ist unten sehr technisch und kleingriffig an splittrigem Fels. Der Überhang löst sich gutmütig auf. Darüber sind die Griffe größer, es darf aber dennoch gut gestanden werden. Wer hier alle möglichen Haken der Seillänge klippen möchte, sollte noch mehr als die oben genannten 12 Expressschlingen (wahrscheinlich so an die 16-18 mitnehmen). Die zweite 8er Länge ist bis zum Überhang nicht zu schwer. Der Übergang zum Absatz möchte aber sauber gestanden werden. Vom Absatz gilt es einen schweren Zug in die Wand zu machen, bevor es danach plaisirmäßig bis zum Stand geht.
Abstieg
Vom Nordgipfel nach Osten absteigen und entlang der Steigspuren über ein Band auf der Ostseite hinter dem Mittelgipfel bis in die Scharte zwischen diesem und dem Südgipfel queren. Dort ca. 5 m in den Botzong Kamin abklettern bis zum ersten Abseilhaken. Den Kamin nach Belieben abseilen (alle ca. 20 m ein Ring). Im Schuttkessel an der Wand nach links queren, die Schrofen links in einer Felsrinne wieder leicht hinauf und auf der Rückseite ums Eck abklettern (ca.II). Von dort den großen Schuttkegel auf Steigspuren bis in die Steinerne Rinne absteigen (im Frühjahr oft lange steiles Schneefeld).

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