Spätestens seit der Aufnahme in den Auswahlführer „Moderne Zeiten“ ist die Klettertour „Ironmouse“ an der Steinplatte Waidring endgültig zum Neoklassiker avanciert. Die Tour sucht sich auf 190 Klettermetern den schönsten Weg durch die Wand und kombiniert dabei die Touren „Warten auf Godot“, „Maus am Spieß“ und „Tom und Jerry“. Bis auf den etwas leichteren Mittelteil überzeugt die Tour durch recht homogene Schwierigkeit und super Fels. Die vorletzte Seillänge, entlang einer ausgesetzten Kante, wartet mit genialen Löchern in bombenfestem Kalk auf und ist wohl eine der genialsten Seillängen in diesem Schwierigkeitsgrad weit und breit.
| Kletterlänge: ca. 190 m | Ausrichtung: Süd |
| Seillängen: ca. 8 | Schwierigkeit: 7+ |
Zustieg
Von Waidring die Mautstraße hinauf bis zum Parkplatz der Stallenalm. Der zunächst noch geteerten Straße zur Stallenalm folgen. Von dort aus der ansteigenden Forststraße nach Süden zur Grünwaldalm. Auf Höhe der Grünwaldalm zweigt nach links ein Steig in den Wald in Richtung der Wand ab. Diesem bis unter die Wand folgen. Die Route startet am Vorbau der Wand von einem erhöhten Grasband. Der Routenname „Warten auf Godot“ ist angeschrieben.

Kletterei
SL1 (7+): Die Tour startet mit der anspruchsvollsten SL. Vom Start weg, darf hier in der senkrechten, kompakten Wand an Löchern und Leisten gleich ganz ordentlich angezogen werden. SL2 (7-): Die Wand neigt sich etwas zurück. Die Kletterei bleibt für den Schwierigkeitsgrad jedoch anspruchsvoll. SL3 (2): Vom zweiten Stand weg kriecht man nach links durch die ausgeschnittenen Latschen auf und hinweg über den Kopf des Vorbaus zur Wand. SL4 (7): Zunächst in der Verschneidung neben einem lehnenden Pfeiler, geht es von dessen Kopf technisch, delikat über eine Platte, die sich jedoch sehr schön auflöst. SL5 (5+): Entlang einer Rissverschneidung auf einen Pfeilerkopf. SL6 (6): Vom Pfeilerkopf den Rücken weiter hinauf. Zwischen zwei „Blöcken“, die eine Verschneidung bilden, die rechte, steilere Variante nach rechts auf einen Grasabsatz. Hier ist die Orientierung nicht ganz easy, da sich zwei Touren kreuzen und nach rechts (Richtung große Verschneidung, die zum Gipfel hinaufzieht) kein Borhaken mehr kommt. Lässt sich mit ein, zwei kleinen/mittleren Cams jedoch gut absichern. SL7 (6+): Vom Stand auf dem Grasfleck bieten sich wiederum mehrere Varianten. Nicht nach rechts den zwei Touren in die große Verschneidung folgen, sondern direkt links, die für den Grad viel zu steil und schwer aussehende Kante hinauf. Der Fels ist durchlöchert wie ein Schweizer Käse. Es erwartet Euch grandiose, steile, exponierte Kletterei an super Henkeln. Genial! SL8 (6): Die Kante hinauf bis zum Gipfel.

Ausrüstung
- 12 Expressschlingen
- Doppelseile 50 m
- Ergänzend kleines Set Cams z.B. 0.75 – 2.0
Absicherung
Die Tour ist sehr gut mit Bohrhaken abgesichert. Einzig in der 6. SL ist es nicht verkehrt, Cams dabei zu haben.
Schwierigkeit
Die ersten zwei Seillängen sind für den angegebenen Grad anspruchsvoll. Danach ist die Bewertung sehr viel gutmütiger.
Abstieg
Vom Gipfel über die Route rechts neben der Ironmouse (von oben gesehen links) in die große Verschneidung abseilen (50 Doppelseile).

Du muss angemeldet sein, um einen Kommentar zu veröffentlichen.