Unterer Schüsselkarturm – Ois Tschikago

Dass das Oberreintal für Kletterer ein Paradies ist, ist weithin bekannt. Wenn da nicht der elendslange Zustieg wäre… aber ohne ihn wäre es sonst vielleicht überlaufen?! Denn das Oberreintal ist ein magischer Ort. Wie in einem Amphitheater ragen die Felswände ringsum gegen Himmel. Ein Ziel lohnender als das andere. Gerade in den heißen Sommermonaten, lässt es sich hier in den vielen schattigen Nordwänden besonders gut aushalten. Ois Tschikago, 1994 erstbegangen von Robert Heiland und Stephan Reindl, bietet auf 320 Klettermetern, 9 Seillängen steile, homogene Kletterei an super rauem, löchrigem Fels, bei bester Absicherung.

Kletterlänge: ca. 320 m Ausrichtung: Nord
Seillängen: ca. 9-10Schwierigkeit: 8-

Zustieg

Vom Skistadion Garmisch-Partenkirchen auf ca. 750 m entweder zu Fuß durch die Partnachklamm, oder mit dem Rad die geteerte Straße über die Partnachalm nehmen. Der Forststraße entlang des Reintals/der Partnach immer weiter Richtung Südwesten bis kurz vor die Bockhütte auf ca. 1.050 m folgen (auch mit dem Bike bis hierhin ein auf und ab, aber deutlich kurzweiliger als die 9 km zu Fuß zu gehen). Hier nach links Richtung Süden auf den Steig zur Oberreintalhütte abzweigen. Von der Oberreintalhütte auf 1.530 m den Plattenschluss an der linken Seite überwinded hinauf bis zum Wandfuß auf ca. 1.950 m.

Kletterei

Der Einstieg befindet sich ca. 20 m rechts, der die Wand in der Mitte teilenden großen Verschneidung und ist mit einem roten Schlaghaken markiert.

SL1 und 2 (7/7-): Senkrechte Kletterei an wunderbar wasserzerfressenem löchrigem, rauhem Fels. SL3 (7): Leicht rechts haltend in die schöne Platte und der Verschneidung folgend hinauf zur ersten Felsniesche. SL4 (7): Nach rechts erst wacklig über eine Platte dann steil hinauf zur 2. Felsniesche.

SL6 (7+/8-): Rechts henklig über den Überhang. SL7 (6+): Gradeaus hoch über wieder genialen wasserzerfressenen Fels. SL8 (7+): Vom Stand nach rechts leicht abwärts auf den Pfeiler, danach luftig und steil durch die herrlich henklige Wand. SL9 (5): Links um den Überhang herum. SL10 (3): Am laufenden Seil noch ca. 50 m zum Gipfel.

Ausrüstung

  • 12 Expressschlingen
  • Doppelseile 50 m
  • Ergänzend kleines Set Cams z.B. 0.75 – 2.0

Absicherung

Die Tour ist sehr gut mit Bohrhaken abgesichert. Einzig in den Ausstiegsseillängen, können Cams verwendet werden.

Schwierigkeit

Homogene Kletterei in der angegebenen Schwierigkeit bei guter Absicherung.

Abstieg

Hinauf auf den Gipfel. Von diesem einmal kurz 5 m abseilen oder abklettern. Danach dem Gipfelgrat weiter nach Süden folgen. Am Ende des Grates ca. 40 m an einem Schlingenstand um einen großen Block in die Scharte abseilen. Von dort aus über die Geröllfelder des Scharnitzkars zurück zum Wandfuß absteigen.