Nach heutigen Maßstäben gar nicht mehr so extrem (schwer), dafür hier und da extrem poliert. Beides lässt sich durch das frühe Datum der Erstbegehung erklären. Bereits 1954 fanden A. Kleemaier und L. Schuster mit ihrer Linie den wahrscheinlich leichtesten Weg durch die Südwand der Roten Flüh. Auch heute noch, aufgrund der logischen Linie und schönen Kletterei, eine lohnende Tour für alle Pause-Punkte-Sammler. Wenn die tiefen Verschneidungen trocken sind und es nicht zu heiß ist, eine wunderbare, kurze Tour für Anfang oder Ende der alpinen Klettersaison.
| Kletterlänge: ca. 250 m | Ausrichtung: Süd |
| Seillängen: 9 | Schwierigkeit: 6+ |
Zustieg
Von Nesselwängle in ca. einer Stunde, den gut ausgeschilderten, breiten Steig hinauf zu Gimpelhaus auf 1.760 m. Hinter dem Gimpelhaus an der ausgeschilderten Gabelung den linken Steig hinauf zum Wandfuß des Hochwieslers. Am Wndfuß nach links dem Steig unterhalb der Wand folgen. Der Einstieg befindet sich in einer Verschneidung, etwas links der Falllinie des Graßflecks mit Tannen in der Mitte der Wand.

Kletterei
SL1+2 (3-4): Die ersten beiden Seillängen, bis hinauf auf die bandartige Rampe, lassen sich gut zusammenhängen. Hier freut man sich darüber, dass viele Vorgänger den etwas brüchigen Fels bereits gut ausgeputzt haben. SL3 (4): Erst noch dem Band etwas nach rechts folgen, dann die tiefen Wasserrinnen gerade hinauf, bis zum Beginn des Graßflecks. SL4 (3): Leicht nach rechts, die Schrofen hinauf zu den Tannen.

SL5 (6+): Die gelbe Verschneidung… leicht abdrängende, steile Verschneidung, die sich eigentlich recht schön klettert und bei der hier und da im Riss geklemmt werden kann. Bei uns war es angenehm kühl, so dass wir die Politur nicht als wirklich stöhrend empfunden haben. Die Absicherung mit Bohrhaken ist zudem Bombe, so dass sich für uns, entgegen der durch zuvor gelesene Berichte erzeugten Erwartung, die Kletterei gar nicht als so „spannend“ erwiesen hat. SL6 (6-): Die nachfolgende Kletterei, durch die feuchte, schlonzige Grotte hingegen, war wirklich etwas „spannend“. Die schöne Verschneidung danach, entschädigt jedoch vollumfänglich.

SL7 (6): Vom Stand nach rechts, über einen kleinen Überhang (Titelbild). Dann wiederum der Verschneidung folgend mit einem überraschend plattigen Finale. SL8 (6+): Die nachfolgende, glatte Verschneidung weist den Weg. Nach unserem empfinden, waren es gar nicht so sehr die vielen Begehungen, sondern eher der hier von Natur aus recht glatte Kalk, der die Spannung erhöht. SL9 (4): Das Band nach links hinauf, bis der Weiterweg steil in die Abschlusswand nach rechts abzweigt.
Anschließend kann das Seil am Stand weggepackt werden und der kurze Weiterweg zum wenig einsamen Gipfel über den Steig fortgesetzt werden.
Ausrüstung
- 12 Expressschlingen
- Doppelseile 50 m
Absicherung
Die Tour ist solide mit Bohrhaken saniert. Wir hatten ein kleines Sortiment mittlere Friends am Gurt, haben diese jedoch nicht wirklich gebraucht.
Schwierigkeit
In den schwereren Seillängen ist der Fels mitunter teilweise schon etwas glatt, so dass man dazu tendiert den Tritten zu misstrauen und gerne etwas fester zupackt als erforderlich. Durch die gut gemeinte Sanierung, eine eher gemütliche Pause-Tour.
Abstieg
Abstieg über den Steig nach Norden. Früh oder spät im Jahr, kann hier gerne noch/schon ein bisschen mehr Schnee liegen.

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